Wer deutet künftig die Welt? | Herbsttagung
24. September 2026
Wer deutet künftig die Welt?
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung diskutiert auf ihrer Herbsttagung über die Zukunft der Geisteswissenschaften und verleiht ihre Akademie-Preise
Vom 22. bis 24. Oktober 2026 in Darmstadt
Wie verändert sich die Rolle der Geisteswissenschaften in einer immer komplexer werdenden Welt? Welche Bedeutung haben sie noch für Gesellschaft und Politik, wenn künstliche Intelligenz und andere Technologien Wissen, Kommunikation und kulturelle Praxis tiefgreifend verändern?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bei ihrer diesjährigen Herbsttagung vom 22. bis 24. Oktober 2026 in Darmstadt. Unter dem Titel „Wer deutet künftig die Welt? Zur Zukunft der Geisteswissenschaften“ versammelt die Akademie Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Autoren zu drei Podien.
Den Auftakt bildet am Donnerstag, 22. Oktober, das Podium „Die Geisteswissenschaften – eine Bestandsaufnahme“. Die Germanistinnen Swati Acharya und Gisela Holfter, der Philosoph Christian Grüny und der Kulturwissenschaftler Thomas Macho diskutieren mit dem Literaturwissenschaftler Lothar Müller über den aktuellen Zustand der Geisteswissenschaften und die gesellschaftliche Bedeutung einzelner Disziplinen. Das zweite Podium „Die Geisteswissenschaften im digitalen Kontext“ richtet den Blick auf die Folgen des technologischen Wandels für wissenschaftliches Arbeiten, Sprache und Literatur. Mit der Philosophin Petra Gehring, dem Wissenschaftshistoriker Michael Hagner, der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Andrea Polaschegg und der Autorin Monika Rinck. Die Moderation übernimmt der Amerikanist Daniel Göske.
Am Freitag, 23. Oktober, geht es unter dem Titel „Metamorphosen und Perspektiven alter und neuer Fächer“ um die Zukunft einzelner Fächer, um mögliche neue disziplinäre Konstellationen. Nach einem Impulsvortrag der Mediävistin und Computerphilologin Andrea Rapp diskutieren die Literaturwissenschaftlerin Julika Griem, der Historiker Valentin Groebner, der Buchwissenschaftler Gerhard Lauer und Andrea Rapp unter Moderation des Kunsthistorikers Andreas Beyer.
Den Abschluss am Freitag bildet die Lesung aus dem Werk der Georg-Büchner-Preisträgerin 2026 Christine Wunnicke. Mitglieder der Akademie lesen ausgewählte Texte der prämierten Schriftstellerin.
Verleihung der Akademie-Preise
Am Samstag, 24. Oktober, steht die Verleihung der drei Preise auf dem Programm. Nach der Begrüßung durch Akademie-Präsident Ingo Schulze sprechen Maria Bering, Stellvertretende Amtschefin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und der Hessische Kulturminister Timon Gremmels. Mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2026 wird der Autor und Literaturkritiker Helmut Böttiger ausgezeichnet für seine klugen und beobachtungsgenauen Interpretationen der deutschsprachigen Literatur. Die Laudatio hält der Literaturkritiker Andreas Isenschmid. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2026 erhält die Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen, mit der die Akademie eine Protagonistin publikumszugewandter Wissenschaftssprache ehrt. Ihre Laudatorin ist die Kulturwissenschaftlerin Hanna Engelmeier. Auch dieser Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Der Georg-Büchner-Preis 2026,dotiert mit 50.000Euro, wird der Schriftstellerin Christine Wunnicke
verliehen. Die Jury würdigt ihr Erzählwerk, das auf so großartige wie diskrete Weise das Unterhaltende und die anspruchsvolle Reflexion vereint Die Laudatio hält die Schriftstellerin Judith Schalansky.
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Lesetag: Literatur im Gespräch
Parallel zur Herbsttagung veranstaltet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zum dritten Mal ihren Lesetag. Mitglieder der Akademie gehen in Schulen, in diesem Jahr auch in eine Justizvollzugsanstalt und eine Seniorenresidenz, lesen aus ihren Werken und kommen mit ihrem Publikum ins Gespräch. Ein besonderer Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Projekt „Wortwächter“ – einem dreitägigen Bildungs-, Literatur- und Vermittlungsprojekt an der Bertolt-Brecht-Schule in Darmstadt. Schülerinnen und Schüler setzen sich anhand historischer Quellen und literarischer Texte mit der Verfolgung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern in der DDR und der Frage nach demokratischem Handeln auseinander. Katja Lange-Müller, deren literarisches Werk von den Erfahrungen dieser Zeit geprägt ist, begleitet das Projekt als Zeitzeugin. Mit ihr gibt es am Donnerstag, 22. Oktober, um 10.30 Uhr eine öffentliche Lesung mit anschließendem Gespräch in der Brecht-Schule.
Akkreditierung zur Tagung und/oder Preisverleihung über: presse@deutscheakademie.de
Der Georg-Büchner-Preis wird finanziert von dem Beauftragten der Bundesrepublik für Kultur und Medien, dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt.
Der Sigmund-Freud-Preis wird finanziert von der ENTEGA Stiftung. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis wird finanziert von dem Unternehmen Merck.
Corinna Blattmann
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