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Hermynia Zur Mühlen : Die Wiederentdeckung einer großartigen Erzählerin und kämpferischen Frau

24. April 2019

Die Wiederentdeckung einer großartigen Erzählerin und kämpferischen Frau:
Am 13. Mai 2019 erscheinen die Werke der „roten Gräfin“ Hermynia Zur Mühlen
in der »Bibliothek Wüstenrot Stiftung. Autorinnen des 20. Jahrhunderts«


Hermynia Zur Mühlen: Werke
Im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung herausgegeben von Ulrich Weinzierl. Mit einem Essay von Felicitas Hoppe.
Bibliothek Wüstenrot Stiftung. Autorinnen des 20. Jahrhunderts
4 Bände im Schuber, 2581 Seiten.
49,00 € (D)/ 50,40 € (A)
Paul Zsolnay Verlag

Aristokratin, Kommunistin, Katholikin, unbeugsame Nazigegnerin und Exilantin: Hermynia Zur Mühlen, 1883 in Wien als Gräfin Folliot de Crenneville geboren, starb 1951 im englischen Exil. Ihr Leben war geprägt vom Widerstand gegen die Familie, gegen die Unterdrückung der Frau, gegen soziale Ungerechtigkeiten und gegen den Faschismus. Geschätzt von Joseph Roth und Karl Kraus, war sie eine Ausnahmeerscheinung der deutschsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese Ausgabe ausgewählter Werke, herausgegeben von Ulrich Weinzierl und mit einem einleitenden Essay von Felicitas Hoppe, versammelt Erinnerungen, Romane, Erzählungen, politische Märchen und Feuilletons und ermöglicht die Wiederentdeckung einer Erzählerin ersten Ranges.

Die ausführlichste Darstellung von Hermynia Zur Mühlen, fast ein Psychogramm, stammt von dem ungarischen Prosaautor Sándor Márai (1900 – 1989): „Wer sie kennenlernte, blieb ein Leben lang ihr Freund. In der Politik bekannte sie sich leidenschaftlich zu linken Anschauungen; aber ich habe keine andere Frau kennengelernt, die in ihrem Gebaren den Hochmut einer Persönlichkeit und die Unnahbarkeit einer Dame von Welt auf so wunderbare Weise mit der leidenschaftlichen Tatkraft einer politisch engagierten Frau in Einklang gebracht hätte wie sie. Wo sie sich niedersetzte, erblühte rundum sogleich ein ‚Salon‘; und die sie umringten – mitunter saßen energische und tatverdächtige Anarchisten in diesem ‚Salon‘ denn K. war umschwärmt von ‚politisch Engagierten‘ –, denen blieb nichts übrig, als sich salongemäß zu benehmen. (...) Ich lebte fügsam in ihrer Nähe, duldete ihre Aggressivität und ihre Verschrobenheiten; nie wieder habe ich einen Menschen, noch dazu eine Frau, so seltsam, bescheiden und traurig ertragen wie diese ungewöhnliche Gräfin. Das Schicksal wartete ihr mit leidvollen Lebensformen auf, die sie trotzig und rebellisch ertrug. Sie war Aristokratin im innigsten, im menschlichen Sinn des Wortes.“

Buchpräsentationen mit Felicitas Hoppe und Ulrich Weinzierl und den Schauspielerinnen Anna Thalbach (Stuttgart, Frankfurt a.M.) und
Christiane von Poelnitz (Wien):

05.6. Literaturhaus Stuttgart
17.6. Kasino am Schwarzenbergplatz, Wien
18.6. Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main

Autorinnen des 20. Jahrhunderts
2009 haben die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Wüstenrot Stiftung gemeinsam eine Publikationsreihe ins Leben gerufen, die wichtige, zum Teil vergessene Werke deutschsprachiger Literatur wieder zugänglich macht. Von 2017 an geht es um Autorinnen des 20. Jahrhunderts, die Editionen erscheinen unter dem Reihentitel »Bibliothek Wüstenrot Stiftung. Autorinnen des 20. Jahrhunderts«. Bereits erschienen sind die Werke von Irmgard Keun (2017) und Annette Kolb (2017) in Vorbereitung ist die Werkausgabe von Mechthilde Lichnowsky (2019).


Kontakt:
Susanne Rössler
Presse
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Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
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