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»What really matters – The Budapest Debate on Europe«

21. November 2012

»What really matters – The Budapest Debate on Europe«
Budapest, 1. Dezember 2012, 17 Uhr, Petöfi Literaturmuseum

György Konrád, Andrei Pleşu, Michael Krüger, Robert Menasse und viele andere Autoren aus Ungarn, Rumänien, Deutschland und Österreich sprechen am 1. Dezember in Budapest darüber, worauf es für sie wirklich ankommt , was wir von der europäischen Kultur der Freiheit und des Miteinanders nicht verlieren dürfen in Zeiten der Krise, der verbreiteten Europa-Skepsis und der Wiederkehr der Ressentiments und Nationalismen.

Europa: Sind das die wirtschaftlichen Erfolgsbilanzen, die über viele Jahre hinweg das Bild der Gemeinschaft geprägt haben und die nun von Nachrichtenbildern aus den Brüsseler Krisengipfeln abgelöst worden sind? Das europäische Projekt war schließlich der Versuch, aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts die Lehren zu ziehen. Die Gründergeneration wollte einer Welt der Trennungen, den alten Nationalismen und völkischen Ressentiments die Idee eines friedlichen Miteinanders, einer Kultur der Begegnung und des gemeinsamen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts entgegensetzen. Rückblickend bemisst sich an diesem Programm, und trotz aller gravierenden Probleme, die eigentliche Erfolgsgeschichte der Union. Das kulturelle, gesellschaftliche Fundament dieses europäischen Prozesses scheint jedoch in der aktuellen Krise zunehmend bedroht zu sein. Anti-europäische Affekte, fremdenfeindliche Parolen und der offene Rückgriff auf nationale Mythen sind überall auf dem Kontinent zu beobachten. Sie heilen die Folgen der Krise aber nicht, sondern sind Teil des Problems.

Besinnen wir uns also auf das, was in dieser Situation immer wichtiger wird: die Freiheit der Begegnung und des offenen Gesprächs, die Kultur der Vielfalt als unsere europäische Existenzform. Sie beginnt immer wieder im konkreten Miteinander, so beispielweise wenn sich am 1. Dezember Autoren aus Ungarn und Rumänien, dieser schwierigen europäischen Nachbarschaft, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Budapest treffen und darüber sprechen, worauf es ihnen wirklich ankommt – als Bürger ihrer Stadt, ihres Landes, als Bürger Europas, als Freunde und Kollegen.

Die Veranstaltung wird durch ein Gespräch zwischen dem ungarischen Schriftsteller György Konrád und dem rumänischen Philosophen und ehemaligen Außenminister Andrei Pleşu eröffnet, das von Richard Swartz, dem schwedischen Publizisten, moderiert wird. Damit beginnt ein neues Kapitel der Begegnung zwischen den Nachbarn Ungarn und Rumänien – im Zeichen der Gefährdungen, denen die Zivilgesellschaft in beiden Ländern ausgesetzt ist. An einer zweiten Diskussion nehmen u. a. teil: der deutsche Autor und Verleger Michael Krüger, der österreichische Schriftsteller Robert Menasse, der ungarische Dichter und Essayist Ákos Szilágyi und sein Kollege, der Schriftsteller János Háy, die Moderation über-nimmt der Verleger, Übersetzer und Autor Gábor Csordás. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus dem literarischen Leben Ungarns und Rumäniens, Österreichs, Schwedens, Serbiens, Italiens, Deutschlands und der Schweiz werden sich an der Begegnung in unterschiedlichen Formaten beteiligen.

Die Budapester Debatte knüpft an Diskussionen an, die im Mai 2012 während der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung unter dem Titel "Über die Verletzbarkeit von Sprache und Dichtung" geführt worden sind. Sie steht zugleich in einer Tradition von Begegnungen, die die Allianz Kulturstiftung seit Jahren mit dem Zyklus "Reden über Europa" oder ihrem Literaturprojekt "European Borderlands" fördert. Die S. Fischer Stiftung schließlich hat mit ihren umfangreichen Übersetzungsprogrammen in Russland, Polen, der Türkei und Südosteuropa die Verständigung zwischen den Sprachen und Kulturen in der Mitte Europas zu einem programmatischen Kern ihrer Arbeit erhoben.
Die drei Institutionen haben sich für die Budapester Debatte mit Partnern in Ungarn zusammengeschlossen, dem unabhängigen Schriftstellerverband der "Belletrist Society", der European Cultural Foundation Hungary und Lettre International Hungary.

Die Veranstaltung am 1. Dezember bildet den Auftakt für eine Folge von Begegnungen. Ein erster, direkt auf die Budapester Diskussionen folgender Termin steht bereits fest: 5. Dezember, Berlin. Zu dieser Veranstaltung folgt eine gesonderte Pressemeldung.

"What really matters – The Budapest Debate on Europe"
Budapest, 1. Dezember 2012, 17 Uhr,
öffentliches Programm im Petöfi Literaturmuseum

1. Gespräch György Konrád, Schriftsteller (Ungarn)
Andrei Pleşu, Philosoph und ehem. Außenminister (Rumänien)
Moderation: Richard Swartz, Journalist und Schriftsteller (Schweden)

2. Gespräch János Háy, Schriftsteller (Ungarn)
Michael Krüger, Verleger und Schriftsteller (Deutschland)
Robert Menasse, Schriftsteller (Österreich)
Ákos Szilágyi, Schriftsteller (Ungarn)
Diskussion: weitere Autorinnen und Autoren aus Ungarn, Serbien, Rumänien,
Italien, Österreich, der Schweiz, Schweden und Deutschland
Moderation: Gábor Csordás, Verleger und Schriftsteller (Ungarn)

Kontakt:

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung:
Dr. Bernd Busch, (0)6151/40920; sekretariat@deutscheakademie.de;
www.deutscheakademie.de

S. Fischer Stiftung:
Antje Contius, (0) 30 /275 82 83 0; office@s-fischer-stiftung.de

Allianz Kulturstiftung:
Michael M. Thoss, 030/2091 573130; kulturstiftung@allianz.de;
www.allianz-kulturstiftung.de