Neue Mitglieder

27. November 2025

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat vier neue Mitglieder zugewählt: den Literaturwissenschaftler Michel Chaouli, die Schriftstellerinnen Judith Hermann und Susan Kreller sowie die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Andrea Polaschegg. Mit diesen Zuwahlen zählt die Akademie 190 Mitglieder.

Michel Chaouli, geboren 1959 in Teheran/Iran, lehrt Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Indiana University Bloomington (USA), wo er auch das Zentrum für theoretische Forschung in den Geisteswissenschaften leitet. Er war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und von 2018 bis 2023 Einstein Visiting Fellow an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität Berlin. Er ist Autor und Herausgeber von Aufsätzen, Sammelbänden und Monografien, darunter »Das Laboratorium der Poesie: Chemie und Poetik bei Friedrich Schlegel« (dt. 2004), »Thinking with Kant’s Critique of Judgment« (2017), und »Something Speaks to Me: Where Criticism Begins« (2024; erscheint auf dt. 2026).

Judith Hermann, geboren 1970 in Berlin, studierte Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft und absolvierte eine journalistische Ausbildung. 1998 erschien ihr Erzählungsband »Sommerhaus, später«, der große Aufmerksamkeit erfuhr, mehrfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Weitere Erzählungsbände folgten, etwa »Nichts als Gespenster« (2003), ebenso die Romane »Aller Liebe Anfang« (2014) und »Daheim« (2021). Für ihr Werk erhielt sie unter anderem den Kleist-Preis, den Friedrich-Hölderlin-Preis und den Bremer Literaturpreis. Aus den Frankfurter Poetikvorlesungen (WiSe 2021/22) ging der Band »Wir hätten uns alles gesagt« (2023) hervor. Für diesen wurde sie mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis geehrt.

Susan Kreller, geboren 1977 in Plauen, studierte Germanistik und Anglistik in Leipzig und Dublin und wurde über deutsche Übersetzungen englischsprachiger Kinderlyrik promoviert. Sie arbeitet als freie Autorin und schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene, darunter die Bücher »Elektrische Fische« (2019), »Hannas Regen« (2022) sowie »Schneeriese«, für das sie 2015 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Neben Romanen veröffentlicht Susan Kreller Gedichte und kürzere Erzählungen in Anthologien und verfasst kulturjournalistische Texte für Zeitungen und Zeitschriften. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen: »Salzruh« (Roman, 2023); »Das Herz von Kamp-Cornell« (Jugendroman, 2025).

Andrea Polaschegg, geboren 1972 in Wesel, hat Neuere deutsche Literatur, Germanistische Linguistik, Orientalistik und Islamwissenschaft in Bochum, Kairo und Berlin studiert und wurde mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte des deutschen Orientalismus promoviert. Nach Professuren für Neuere deutsche und Allgemeine Literaturwissenschaft in Berlin, Graz und Siegen forscht und lehrt sie seit 2021 in Bonn. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf gattungs- und medienpoetischen Fragen im Horizont einer Literatur- und Kulturgeschichte des deutschsprachigen Raums, die interne Differenzen adressiert und am Ostrand ‚des Westens‘ nicht haltmacht. Ihre letzte Buchveröffentlichung: »Der Anfang des Ganzen. Eine Medientheorie der Literatur als Verlaufskunst« (2020).