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Büchner-Preis 2014 an Jürgen Becker

30. Mai 2014

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2014 an den Schriftsteller Jürgen Becker. Der Preis wird am 25. Oktober 2014 in Darmstadt verliehen.

Begründung der Jury:
Jürgen Becker ist eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie, sein Werk hat die deutschsprachige Dichtung über Generationen entscheidend geprägt.
In seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk hat er die Gattungsgrenzen von Lyrik und Prosa beharrlich neu vermessen und verändert. Seine Gedichte leben aus einer sensiblen, sinnlichen, neugierigen Weltzugewandtheit und einer vollendeten, dabei ganz unaufdringlichen Sprachkunst. Bei aller bildlichen Brillanz und aller Lust am leuchtenden Detail der umgebenden Natur erkunden sie stets eine von den Spuren der Geschichte und ihren Katastrophen gezeichnete Landschaft. In Beckers Naturansichten durchdringen sich die Zeiten, Beobachtetes und Erinnertes, Persönliches und Historisches. Seine Gedichte lehren uns eindringlich, unsere Welt und unsere Sprache aufmerksamer wahrzunehmen. Sie geben dem leichthin Übersehenen seine Würde zurück, machen unsere alltäglich erlebte Welt auf neue Weise sichtbar und unvergesslich.

Kurzbiographie:
Jürgen Becker, geboren am 10. Juli 1932 in Köln, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Köln und Erfurt. 1959 begann er für den WDR zu arbeiten, danach war er für die Verlage Rowohlt und Suhrkamp tätig. Von 1974 bis 1994 leitete Becker die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks in Köln. Er ist verheiratet mit der Malerin Rango Bohne und lebt in Köln und Odenthal. Seine ersten Prosabände Felder (1964) und Ränder (1968) machten Becker zunächst als Autor experimenteller Texte bekannt, bevor er als Lyriker hervortrat. Zu seinem umfangreichen, viel beachteten lyrischen Werk gehören unter anderem die frühen Bände Das Ende der Landschaftsmalerei (1974) und In der verbleibenden Zeit (1979), die Erinnerungen an seine ostdeutsche Kindheitslandschaft Foxtrott im Erfurter Stadion (1993), Journal der Wiederholungen (1999) und Dorfrand mit Tankstelle (2007). Zuletzt ist erschienen: Scheunen im Gelände. Gedichte mit Collagen von Rango Bohne (2012).

Jürgen Becker wurde als Lyriker, Hörspiel- und Prosaautor vielfach ausgezeichnet, u.a. erhielt er den Peter-Huchel-Preis (1994), den Uwe-Johnson-Preis (2001), den Hermann-Lenz-Preis (2006) und den Günter-Eich-Preis (2013). Er ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Homepage des Autors: www.juergen-becker.com
Zu den Veröffentlichungen:www.suhrkamp.de/autoren/juergen_becker_263.html

Der Georg-Büchner-Preis
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht seit 1951 den Georg-Büchner-Preis an herausragende Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Bisherige Preisträger
1951 Gottfried Benn | 1952 nicht verliehen | 1953 Ernst Kreuder | 1954 Martin Kessel | 1955 Marie Luise Kaschnitz | 1956 Karl Krolow | 1957 Erich Kästner | 1958 Max Frisch | 1959 Günter Eich | 1960 Paul Celan | 1961 Hans Erich Nossack | 1962 Wolfgang Koeppen | 1963 Hans Magnus Enzensberger | 1964 Ingeborg Bachmann | 1965 Günter Grass | 1966 Wolfgang Hildesheimer | 1967 Heinrich Böll | 1968 Golo Mann | 1969 Helmut Heißenbüttel | 1970 Thomas Bernhard | 1971 Uwe Johnson | 1972 Elias Canetti | 1973 Peter Handke | 1974 Hermann Kesten | 1975 Manès Sperber | 1976 Heinz Piontek | 1977 Reiner Kunze | 1978 Hermann Lenz | 1979 Ernst Meister | 1980 Christa Wolf | 1981 Martin Walser | 1982 Peter Weiss | 1983 Wolfdietrich Schnurre | 1984 Ernst Jandl | 1985 Heiner Müller | 1986 Friedrich Dürrenmatt | 1987 Erich Fried | 1988 Albert Drach | 1989 Botho Strauß | 1990 Tankred Dorst | 1991 Wolf Biermann | 1992 George Tabori | 1993 Peter Rühmkorf | 1994 Adolf Muschg | 1995 Durs Grünbein | 1996 Sarah Kirsch | 1997 H.C. Artmann | 1998 Elfriede Jelinek | 1999 Arnold Stadler | 2000 Volker Braun | 2001 Friederike Mayröcker | 2002 Wolfgang Hilbig | 2003 Alexander Kluge | 2004 Wilhelm Genazino | 2005 Brigitte Kronauer | 2006 Oskar Pastior | 2007 Martin Mosebach | 2008 Josef Winkler | 2009 Walter Kappacher | 2010 Reinhard Jirgl | 2011 F.C. Delius | 2012 Felicitas Hoppe | 2013 Sibylle Lewitscharoff

Corinna Blattmann
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