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Freud-Preis 2015 an Peter Eisenberg

10. Juli 2015

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet den Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa aus. Der Preis ist mit 20.000,- Euro dotiert und wird zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 31. Oktober 2015 in Darmstadt verliehen.

Begründung der Jury:
»Peter Eisenberg ist ein Aufklärer. Er klärt uns auf über etwas, das wir alle kennen und doch nicht kennen: die deutsche Sprache. Sie ist uns von Kindesbeinen an vertraut, sie trägt und prägt unsere geistige Entwicklung. Wir befolgen ihre Regeln, aber wir können sie zumeist nicht benennen. Der Grammatiker Peter Eisenberg erschließt uns diese Regeln des Deutschen – und es gelingt ihm in mustergültiger Weise: Er verbindet souverän die Anforderungen wissenschaftlicher Genauigkeit mit allgemeiner Verständlichkeit. So schwierig der Gegenstand auch sein mag, Peter Eisenberg schreibt stets klar und kundig, anschaulich und elegant – wissenschaftliche Prosa im besten Sinne.«

Peter Eisenberg, geboren am 18. Mai 1940 in Strausberg, ist emeritierter Professor für Deutsche Sprache der Gegenwart an der Universität Potsdam. Sein Spezialgebiet ist die deutsche Grammatik. Peter Eisenberg studierte Elektrotechnik, Musik und Informatik in Berlin, dann Germanistik und Linguistik in Berlin und Cambridge (Massachusetts/ USA). Seine zweibändige Grammatik des Deutschen gehört zu den Standardwerken der Germanistischen Linguistik. Große öffentliche Aufmerksamkeit fand sein Buch „Das Fremdwort im Deutschen“, erschienen 2011. Für seine Arbeit ist Peter Eisenberg mit Ehrendoktorwürden und Preisen ausgezeichnet worden. 1996 erhielt er den Deutschen Sprachpreis der Henning-Kaufmann-Stiftung, 2008 den Konrad-Duden-Preis. Seit 1998 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, er lebt in Berlin.

Buchveröffentlichungen (Auswahl):
Grundriss der deutschen Grammatik. Bd. 1: Das Wort. Stuttgart: Metzler, 4. Aufl. 2013.
Grundriss der deutschen Grammatik. Bd. 2: Der Satz. Stuttgart: Metzler, 4. Aufl. 2013.
Das Fremdwort im Deutschen. Berlin: De Gruyter, 2011. (Zweite, überarbeitete Auflage 2012)
Richtiges und gutes Deutsch. Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle. Der Duden in zwölf Bänden, Band 9; 6., vollständig überarbeitete Auflage. Mannheim: Dudenverlag, 2007.
Grundregeln der deutschen Rechtschreibung: die deutsche Orthografie auf einen Blick. Brockhaus, Wahrig. Gütersloh: Wissen-Media-Verlag, 2007.
Oberflächenstruktur und logische Struktur: Untersuchungen zur Syntax und Semantik des deutschen Prädikatadjektivs. Tübingen: Niemeyer, 1976.

Vollständiges Schriftenverzeichnis:
http://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/germanistik/Personal/pe3.html

Der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa wird seit 1964 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Er wird von der HSE-Stiftung gefördert.
Zu den Preisträgern gehören u.a.: Hannah Arendt (1967), Werner Heisenberg (1970), Hans Blumenberg (1980), Carl Friedrich v. Weizsäcker (1988), Reinhart Koselleck (1999), Karl Schlögel (2004), Angelika Neuwirth (2013), Jürgen Osterhammel (2014).

Nähere Informationen: www.deutscheakademie.de/de/auszeichnungen/sigmund-freud-preis