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Vier neue Mitglieder in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

3. August 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung nimmt vier neue Mitglieder in ihre Reihen auf: die Sprachwissenschaftlerin Beatrice Primus, die deutsch-japanische Schriftstellerin Yoko Tawada, den russischen Schriftsteller Vladimir Sorokin sowie den Übersetzer John E. Woods. Mit diesen Zuwahlen zählt die Akademie 183 Mitglieder.

Beatrice Primus (58), geboren 1953, hat seit 1998 den Lehrstuhl für Sprachwissenschaft des Deutschen an der Universität Köln inne. Zuvor war sie Hochschullehrerin in Heidelberg und Stuttgart. Zu Ihren Forschungsschwerpunkten zählen Grammatik und Grammatiktheorie des Deutschen, Sprachtypologie, Schriftsysteme und Medialität von Sprachen. Sie ist seit 2002 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim (IDS) und Mitherausgeberin der Buchreihe Linguistische Arbeiten. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählt: Semantische Rollen (Winter, 2012).

Yoko Tawada (52), geboren 1960 in Tokio/Japan, lebt seit 1982 in Deutschland, heute als Schriftstellerin in Berlin. Sie studierte Literaturwissenschaft an den Universitäten in Tokio und Hamburg, promovierte bei Sigrid Weigel, während sie erste literarische Texte veröffentlichte. Sie schreibt auf Deutsch und auf Japanisch, darunter Theaterstücke und Gedichte, kurze Prosa und viele Texte, die sich der formalen Zuordnung entziehen. Yoko Tawada wurde vielfach ausgezeichnet u.a. mit der Goethe-Medaille 2005. Im Juli 2012 sind ihre Hamburger Poetikvorlesungen Fremde Wasser (Hg. Ortrud Gutjahr, Konkursbuch) erschienen.

John E. Woods (69), geboren 1942 in Indianapolis/USA, ist ein amerikanischer Übersetzer. Er hat alle großen Romane Thomas Manns übersetzt und auch viele Texte von Arno Schmidt, darunter in langjähriger Arbeit Zettels Traum. Neben diesen beiden Schwerpunkten übersetzte er auch Werke von Wilhelm Raabe und Alfred Döblin, von Christoph Ransmayr, Libuše Moníková und Ingo Schulze. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. wurde er 1996 mit dem Helen and Kurt Wolff Award ausgezeichnet, 2008 mit der Goethe-Medaille. Woods lebt in Berlin.

Vladimir Sorokin (56), geboren 1955 bei Moskau/SU, gehört zu den bedeutendsten russischen Gegenwartsautoren. Nach einem Ingenieurstudium arbeitete er zunächst als Buchillustrator und bildender Künstler, bevor er Mitte der siebziger Jahre erste literarische Anerkennung erfuhr. Sorokin setzt sich mit den Brüchen und Etappen der sowjetisch-russischen Geschichte auseinander und findet dafür einen eigenen literarisch-künstlerischen Weg. Sein Prosa-OEuvre liegt nahezu vollständig auf Deutsch vor. Zuletzt erschien in deutscher Übersetzung Der Schneesturm (Kiepenheuer & Witsch, 2012). Sorokin lebt in Moskau.