Presse­mitteilungen

2016
2015
2014
2013
2012

Fünf neue Mitglieder in der Deutschen Akademie

15. November 2013

Fünf neue Mitglieder in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung nimmt fünf neue Mitglieder auf: die Germanistin und Schriftstellerin Anna Maria Carpi, die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck, die Dramatikerin Dea Loher, die spanische Germanistin Marisa Siguan und den bosnischen Schriftsteller Dževad Karahasan. Mit diesen Zuwahlen zählt die Akademie 182 Mitglieder.

Anna Maria Carpi, geboren 1939 in Mailand, ist eine der angesehensten Germanistinnen in Italien. Sie hat sich in großen Studien mit der Lyrik von Paul Flemming auseinandergesetzt, ebenso mit Thomas Mann, Gottfried Benn und Paul Celan. Neben ihrem umfangreichen akademischen Werk, veröffentlichte sie mehrere Romane und Gedichtbände, für die sie in Italien große Poesiepreise erhalten hat. Zudem übersetzte sie Werke von Nietzsche, Benn, Bernhard, Enzensberger und Grünbein ins Italienische.

Jenny Erpenbeck, geboren 1967 in Ostberlin, zählt heute zu den wichtigen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sie studierte Theaterwissenschaft und Musiktheaterregie, debütierte 1999 , parallel zu ihrer Arbeit als Opernregisseurin, mit der Novelle „Geschichte vom alten Kind“. Es folgten Theaterstücke, Essays, die Prosabände „Tand“ (2001) und „Wörter buch“ (2004) sowie die Romane „Heimsuchung“ (2008) und „Aller Tage Abend“ (2012). Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem im September 2013 mit dem Joseph-Breitbach-Preis.

Dea Loher, geboren 1964 in Trauenstein, gehört zu den produktivsten Dramatikerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Seit dem Beginn der neunziger Jahre hat sie über fünfzehn große dramatische Werke vorgelegt, die an den führenden
Bühnen Deutschlands aufgeführt worden sind und das moderne deutsche Theater entscheidend geprägt haben . Die vielfach ausgezeichnete Dramatikerin tritt ebenso
auch als Erzählerin hervor. 2005 erschienen ihre Erzählungen „Hundskopf“, 2012 ihr Roman „Bugatti taucht auf“.

Marisa Siguan, geboren 1954 in Madrid, hat seit 1991 den Lehrstuhl für deutsche Literatur an der Universität Barcelona inne. Sie untersucht die vielfältigen Wirkungen der deutschen Literatur in Spanien um 1800, 1900 und in der Gegenwart, sowie den Einfluss der spanischen Literatur auf die deutsche Klassik und Romantik. Über den akademischen Bereich hinaus ist sie als Herausgeberin, Kritikerin und Übersetzerin deutscher Literatur tätig. Zu den von ihr übersetzen Autoren zählen Jean Améry, E.T.A. Hoffmann und Goethe.

Dzevad Karahasan, geboren 1953 in Duvno/Jugoslawien (heute Bosnien-Herzegowina), lebt als Erzähler, Dramatiker und Essayist in Graz und Sarajevo. Er
wurde bekannt durch Romane wie „Der östliche Divan“ (1989) und „Tagebuch der Aussiedlung“ (1993), das die Belagerung Sarajevos während des Krieges 1992 beschreibt. Sein umfangreiches Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und erhielt zahlreiche Preise. In Deutschland wurde er unter anderem für sein Engagement für die
europäische Verständigung mit dem Leipziger Buchpreis (2001) und der Goethe Medaille (2012) geehrt.