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Hugo Wolfgang Philipp
»Nur weg möchte ich von hier«

»Nur weg möchte ich von hier«

Hugo Wolfgang Philipp: »Nur weg möchte ich von hier« Briefe und Schriften aus dem Exil.
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Roman Bucheli. Göttingen: Wallstein 2005. 8 Abb., 316 S.
Reihe Veröffentlichungen 83.

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Zeit- und Lebensdokumente aus dem Exil des Literaten Hugo Wolfgang Philipp (1883−1969).

Gleichsam über Nacht ist Hugo Wolfgang Philipp (1883−1969) zum Star der Theaterszene in der Weimarer Republik geworden. Nach ersten Versuchen als Lyriker und Prosaautor wurden Ende 1922 sein Lustspiel »Das glühende Einmaleins« und zu Jahresbeginn 1923 an drei Bühnen gleichzeitig die Komödie »Der Clown Gottes« uraufgeführt. 1923 wurde ihm der Hamburger Hebbel-Preis verliehen, man berief ihn als Intendanten an das Albert-Theater in Dresden. Hier wirkte Philipp bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Ungeachtet seiner Erfolge trat er 1933, wohl auch auf Druck von außen, von seinem Posten zurück, emigrierte 1936 nach Italien und reiste von dort 1938 weiter in die Schweiz. Fortan waren alle Versuche zur Emigration nach Brasilien oder in die USA vergeblich, so dass Philipp schließlich in Zürich blieb, wo ihm jede Erwerbstätigkeit untersagt war. Dennoch war er unermüdlich bestrebt, im Leben wieder Fuß zu fassen. Es entstanden weitere Theaterstücke, Gedichte, ein umfangreicher Romanzyklus; er arbeitete an einer Beethoven-Biographie und schrieb ein revidiertes Libretto zur »Zauberflöte«. Er entwickelte ein neues Notendruckverfahren, betrieb eine Schauspielschule und vertrieb einen Gesangslehrgang auf Schallplatten. Dennoch gelang es Philipp nicht mehr, dort anzuknüpfen, wo die Nationalsozialisten seinen Lebensfaden zerrissen hatten. Seine Hinterlassenschaft erhält ihre Bedeutung vorwiegend als Zeit- und Lebensdokument. Der Band enthält darum neben einer Auswahl an Texten aus seinem literarischen und essayistischen Werk auch zahlreiche Briefe aus der Zeit nach 1938.