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Dritter Sprachbericht

Wie ist es um die deutsche Sprache in den Schulen bestellt? Bisherige wissenschaftlich fundierte Antworten, etwa von Großstudien wie PISA oder DESI, zielen auf repräsentative, eng umschriebene Zustandsbeschreibungen. Sie erfassen nur wenig von der Dynamik der Veränderung und der Arbeit an Sprache, die ja gerade das Aufgabenfeld der Schule ist. Der aktuelle Bericht (erscheint am 29.9.) der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften sieht die Schule als gesellschaftliches Sprachlabor. Er entwirft das in vieler Hinsicht überraschende Bild einer „Sprache im Werden“.

Der erste Teil fragt nach denen, die den Erwerb der Bildungssprache maßgeblich beeinflussen. Wie verhalten sich familiäre Kommunikationsmuster zu den schulischen? Hat die Lehrersprache einen Einfluss auf die Schülersprache? Und wie bauen Schülerinnen und Schüler aus einer Folge von Sätzen zusammenhängende Texte?

Der zweite Teil kümmert sich um Brennpunkte im Erwerb von Strukturen geschriebener Sprache im Schulalter. Zum Beispiel um den Wortschatz. Der Gebrauch von Wörtern in Wortgruppen ist ein wichtiger Indikator der Textkompetenz. Und zu den Strukturen gehört auch die Orthographie: Wie bauen Schülerinnen und Schüler das notwendige Wissen über die Großschreibung auf, und welche Schwierigkeiten haben die Großen im Abitur mit dem fast kleinsten – aber auch wichtigen – orthographischen Zeichen, dem Komma?

Der letzte Teil widmet sich Themen, die in der öffentlichen Auseinandersetzung auch über die Schule hinausweisen. Wie verändert sich die kulturelle Praxis des (Hand-)Schreibens und wie begegnet die Schule diesen Herausforderungen? Was bedeutet Digitalisierung für die Sprache der Schule? Schließlich: Wie steht die Sprache der Schule zu den vielen Sprachen der Schüler?

Der Bericht wendet sich an die bildungsinteressierte Leserschaft, an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und nicht zuletzt an die Bildungspolitik.

Zur Publikation

Die Berichte zur Lage der deutschen Sprache liefern wissenschaftsbasierte Aufklärung über den Zustand der deutschen Sprache. Sie werden von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften herausgegeben. Der Erste Bericht erschien 2013 unter dem Titel „Reichtum und Armut der deutschen Sprache“, der Zweite Bericht 2017 zum Thema „Vielfalt und Einheit der deutschen Sprache“.