Johann-Heinrich-Merck-Preis

Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay wird seit 1964 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Der Preis wird von dem in Darmstadt ansässigen Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck finanziert und jährlich während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt vergeben. Seit 2013 beträgt die Dotation 20.000 Euro.

Preisträger 2018

Johann-Heinrich-Merck-Preis 2018 an Martin Pollack

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet den Autor Martin Pollack mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2018 aus.

Der Preis ist mit 20.000,- Euro dotiert und wird zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 27. Oktober 2018 im Staatstheater Darmstadt verliehen. Karten sind ab dem 25.9. über die Theaterkasse erhältlich.

Zur Pressemitteilung

Preisträger

Kathrin Passig

Kathrin PassigKathrin Passig

Netzexpertin und Autorin
Geboren 4.6.1970

Johann-Heinrich-Merck-Preis 2016
Laudatio von Per Leo
Dankrede von Kathrin Passig
Urkundentext

Kathrin Passig begreift die digitale Kultur als eine geistige Lebensform und stellt traditionelle Selbstverständlichkeiten provokativ und produktiv in Frage.

Jurymitglieder
Juryvorsitz: Präsident Heinrich Detering
Vizepräsidenten Aris Fioretos, Wolfgang Klein, Gustav Seibt, Beisitzer László Földényi, Michael Hagner, Felicitas Hoppe, Per Øhrgaard, Ilma Rakusa, Nike Wagner

 
LAUDATOR
Per Leo
Geboren 1972
Schriftsteller und Historiker

Sehr verehrte Akademie,
meine Damen und Herren,
liebe Frau Passig,

wie immer ist das, was nun folgt, vielleicht nur ein Traum. Ganz sicher aber ist es ein Lob der wörtlichen Bedeutung im Gewand bildlicher Sprache.
Wie wird ein Preisträger gefunden? Das hängt davon ab, wer einen Preisträger sucht. Während Jurys, die nur für eine Saison zusammenkommen, wohl meist nach dem Fischkutterprinzip verfahren – Netz einholen, Beifang aussortieren, abwarten, welcher Kandidat am längsten frisch bleibt –, dürfte es bei Institutionen wie der Akademie etwas weniger handgreiflich zugehen. Ich stelle es mir so vor: Am Tag der Preisträgersuche versammelt man sich im größten Saal des Hauses und schaut dort so lange abwechselnd mal in den Spiegel, mal aus dem Fenster, bis sich irgendwo, und oft erst in der Abenddämmerung, der entzückende Anblick eines preiswürdigen Wesens darbietet. Beide Akademieperspektiven haben ihre Berechtigung: Wo der Spiegelblick den Bestand sichert, da schützt der Fensterblick vor dem Verfall. Wie es der Zufall will, bringt das Jahr 1970 zwei Merck-Preisträger zusammen, die diese Alternative geradezu ideal verkörpern. Kaum vorstellbar, dass die Wahl Joachim Kaisers den Laudator seinerzeit vor nennenswerte Probleme gestellt hat. Im Detail: O ja! Einer wie Kaiser besteht ja aus fast nichts als Details. Aber im Prinzip? Kein Problem. Hier die Bühnen, Bücher und Konzerte, da ein Kritiker, der sie anders kritisiert als üblich, preiswürdig anders. In einem wie Kaiser konnte sich die Akademie wiedererkennen, vielleicht fand sie sich dabei sogar recht hübsch.
Dagegen dürfte die Akademie, um die 1970 geborene Preisträgerin des Jahres 2016 zu finden, nicht nur ihr Fenster weit aufgerissen, sondern auch ein stattliches Teleskop in den Nachthimmel gerichtet haben. Zumindest legt die Begründung ihrer Wahl diese Vermutung nahe. Von einem »epochalen Wandel«, den Frau Passig kritisch durchleuchte, ist dort die Rede. Und natürlich benennt die Akademie auch, was sich denn da so durchleuchtungsbedürftig gewandelt hat, genauer gesagt, sie umschreibt es, in Formulierungen, die um Worte nicht verlegen sind. Dabei hätte zur Bezeichnung des gemeinten Wandels ein einziges Wort genügt: Internet. Aber um eben dieses Wort drückt sich der Text. Stattdessen heißt es, Frau Passig beschreibe und analysiere (nicht das Internet, sondern) »digitale Kultur« und erkunde neue Möglichkeiten von Essay und Kritik (nicht im Internet, sondern) »jenseits der Gutenberg-Galaxis«. Das erstaunt bei einer Textgattung, deren Kürze eigentlich zur Sparsamkeit zwingt.
Aber ich will gar nicht mäkeln. Ich will nur, zu einem ganz harmlosen Zweck und hoffentlich in Ihrem Sinn, ein wenig Metaphernkritik üben. Metaphern zu kritisieren heißt zunächst, sie wörtlich zu nehmen: Der Ausdruck »jenseits der Gutenberg-Galaxis« ist eine räumliche Metapher; das Wort »Internet« ist es auch. Aber wo dieses Sprachbild die Nahbarkeit der anderen bezeichnet, da suggeriert jenes eine uneinholbare Ferne. Und darum will ich nun – im Rahmen des von Ihnen gesetzten Sprachbildes – versuchen, Ihnen Ihre Preisträgerin ein wenig näherzubringen.
Akte von raumgreifender Sprachmagie lassen sich zwischen der Akademie und ihren Preisträgern immer wieder mal beobachten; und ich trete hoffentlich niemandem zu nahe, wenn ich sage: gerade den besonders reizvollen Preisträgern. Reizvoll, weil unwahrscheinlich. Unwahrscheinlich, weil akademiefern. Im letzten Jahr verringerte der Büchner-Preisträger Rainald Goetz an dieser Stelle seine Distanz zur Akademie, indem er das Internet anrief. Das Internet anrufen – was nach einem schweren Fall von Technikanalphabetentum klingt, war in Wirklichkeit ein Zauber, wie ihn nur die Sprache bewirken kann. Goetz rief das Medium Internet an, er beschwor es im Medium der Rede. Es sei, so sagte er sinngemäß, ihre Website gewesen, die ihm die Akademie nahegebracht und so geholfen habe, den Verlust seiner Jugend zu verwinden. Ein Anruf auf der Gutenberg-Galaxis, und schon hatte sich Akademiedistanz in »Institutionenbegeisterung« verwandelt! Aber in unserem Fall ist es umgekehrt. In diesem Jahr hat die Akademie ihre Passigbegeisterung durch Distanzmetaphern gebannt. Darum müssen wir andersherum verfahren: nicht über das Internet den Abstand zur Praxis der anderen verringern, sondern über die Praxis der anderen den Abstand zum Internet.
Was geschieht im Internet? Nun, meist nichts anderes als in der analogen Welt. Nur anders. Zum Zweck der Distanzverminderung will ich aber hier statt des Anderen die Ähnlichkeit betonen. Ich habe nämlich den Verdacht, Ihnen könnte gar nicht ganz klar sein, in welch eminentem Sinn Sie heute auch eine Bewohnerin der Gutenberg-Galaxis auszeichnen, und zwar mit genau dem richtigen Preis. Denn Passig ist eine Meisterin der Textkritik. Deren Form ist allerdings nicht das notorische Besserwisserurteil und auch nicht der professionelle Verbesserungsvorschlag, sondern die freundschaftliche Entschlechterungsmaßnahme. Um eine wenig geläufige Praxis wie das Entschlechtern für unsere Nachbarn von der Akademie auf den Begriff zu bringen, brauchen wir Peripatetiker genau zwei Elemente: ein Werkzeug und eine Tugend. Passigs Werkzeug ist die Schere, ihre Tugend die Schonungslosigkeit. Denkt man sich beides zusammen, kann einem schon mulmig werden. Aber keine Angst, Passig beißt ja nicht (außer man bittet sie darum). Passig schneidet. Sie sagt Nein. Mal zu Texten als Ganzem, mal zu Kapiteln und Passagen, mal zu einzelnen Redewendungen. Die typische Passigmarginalie lautet: Kann weg. Die typische Begründung: Dann wäre es weniger schlecht.
Ich sprach vom freundschaftlichen Charakter dieser Kritik. Das war wörtlich gemeint. Das Wort »Passigschere« ist eine Erfindung des seit drei Jahren toten Schriftstellers Wolfgang Herrndorf, mit dem Passig befreundet war. Wenn Lakoniker Metaphern erfinden, hat das etwas zu bedeuten. In diesem Fall bedeutet es, dass ein Nein, das einzige Wort, das die Kritik unschuldig aussprechen darf, dem Schreibenden so nahegekommen ist, dass er nur noch unter Vorbehalt Ja sagen kann. Es bedeutet, dass ein Autor neben seiner eigenen eben auch eine fremde Stimme braucht, die in seinen Kopf eingedrungen sein muss, damit dieser Kopf Literatur hervorbringen kann. Ein solch – im sokratischen Sinn – dämonisches Nein ist ein großes Geschenk; Passig hat es Herrndorf gemacht. Und nicht nur ihm.
Aber was machte Passig, als sie selbst einmal Literatur hervorbringen wollte? Sie konnte ja schlecht in ihren eigenen Kopf eindringen. Soweit ich weiß, ist das nur ein einziges Mal vorgekommen, und dass es auf spektakuläre Weise gelang, war einem Freund zu verdanken, von dem Passig sich eine Schere ausleihen konnte, genauer gesagt: von dessen Tochter. Der verspielte Text, mit dem Passig 2006 das Klagenfurter Wettlesen spielend gewann, hatte in einem Kinderzimmer Gestalt angenommen. Auch das ist wörtlich gemeint. Es gibt ein Foto, auf dem sind viele unterschiedlich lange, zu einer Straße aneinandergereihte Streifen bedruckten DIN-A4-Papiers zu sehen. Am linken Bildrand steht ein Puppenbett, rechts neben der Papierstraße liegt eine rote Kinderschere. Passig wendete ihr kritisches Verfahren ins Produktive, indem sie Schnipsel verarbeitete. Sie sei, sagte sie später, über ihre Geschichte mit dem »Metaphernstreuer« gegangen. Und der war, Achtung: parasitäre Metapher, von all den Schnitten an fremden Texten gut gefüllt.
»Spielgeld« nannte eine Kritikerin diesen Kinderzimmertext, und man hätte sie umarmen mögen für das gelungene Bild, wäre es nicht so abschätzig gemeint gewesen. Aber bitte, was ist denn gute Literatur anderes als ein Spiel, eine Illusion, mit der wir unsere Schulden bei der Wirklichkeit abtragen? Niemals werden wir diesen Gläubiger los. Aber wer so unschuldig und zugleich so ungeduldig liest wie Passig, durchschaut, dass er uns andauernd betrügt. Denn das Medium dieses Betrugs ist die Sprache. Um als Falschgeld zu zirkulieren, müssen Worte nicht einmal lügen, es genügt, dass sich Phrasen wie Masken an die Sachen heften. Solche Worte können falsch genannt werden. Dann sind die Sachen nackt, und uns ist kalt. Das ist die Welt der Kritik. Gute Literatur dagegen entlarvt nicht. Sie verwandelt Falschgeld in Spielgeld. Sie zieht Blüten aus dem Verkehr, damit sie anderswo blühen können.
Eine Schere, die bei solchem Wunderwerk helfen soll, muss schonungslos geführt werden. Auch das ist wörtlich gemeint. Es geht nicht um Härte oder gar Grausamkeit. Ein schlechtes Buch in einer Rezension »schlecht« zu nennen ist nicht schonungslos, sondern angemessen, egal, wie sehr es den Autor schmerzen mag. Schonungslos können wir nur gegen die sein, die Schonung verdienen. Tapfere Feinde zum Beispiel. Oder gute Freunde; erst recht, wenn sie krank sind. In seinem Blog Arbeit und Struktur schreibt der todkranke Herrndorf am 4. November 2011:
»Heute morgen den nächsten Roman begonnen, Arbeitstitel: Mercer 5083. Science Fiction. Material gesichtet und zusammengekloppt, 55.000 Zeichen. Noch mal so viel, und es geht vielleicht als Novelle durch. Passig, der ich das Projekt vor zwei Jahren schon einmal gezeigt hatte, nannte es »reine Scheiße« und nennt es noch heute so. [...] [R]eine Scheiße, das sind selbst für Passig harsche Worte.«
Gute Kritiker haben Taktgefühl. Jeder Idiot kann Anstandsregeln befolgen, jeder Feigling sie missachten. Aber sie mit Gewinn zu brechen erfordert Gespür. Einem wie Herrndorf, dessen einziges T-Shirt ohne Mottenlöcher den Aufdruck »Ich mache keine Fehler« trug, ist mit Anstand nicht zu helfen. Lieber zieht man selbst ein T-Shirt an mit dem Aufdruck »Du baust reine Scheiße« und hofft, dass die Botschaft ankommt. Doch, lautet sie, du machst Fehler, und bei deiner Lebenserwartung solltest du dich fragen, ob du das wirklich willst.
Sehen Sie, so sind die Leute von hinter der Gutenberg-Galaxis. Sie unterhalten sich, indem sie auf ihren Oberkörpern Sprechblasen anbringen, und sie schreiben, indem sie auf dem Boden kauernd an ihren Texten herumbasteln, bis man sie aufrollen kann. Betrug, höre ich Sie jetzt schreien, wir wollen endlich wissen, was Frau Passig im Internet macht! Ja, wer bin ich denn, Ihnen das zu verraten? Ich käme mir vor wie ein Fußballfan, der dem anderen sagt: Geh ruhig ins Kino, ich sage dir nachher, wie das Spiel ausgegangen ist. Nein, mit dem Pathos der Renaissancekreatur, als die mich ein Avantgardekollege Passigs mal beschimpft hat, möchte ich Sie, die Fans von Sprache und Dichtung, auffordern: Seien Sie Mensch im Internet! Besuchen Sie unsere Freundin auf den von ihr gestalteten und geprägten Seiten, die so schöne Namen tragen wie Techniktagebuch, Zufallsshirts, Riesenmaschine oder Wir höflichen Paparazzi.
Von mir an dieser Stelle nur so viel: Zu dem Gerücht, Passig habe das Internet erfunden, darf ich nichts sagen. Aber ich verrate kein Geheimnis, wenn ich Ihnen mitteile, dass sie schon dabei war, als man Nervensägen noch nicht bei Mark Zuckerberg verpetzte, sondern einfach wegprogrammierte. Über die Exzesse im Internet, die viele von uns täglich in Atem halten, kann Passig nur lächeln, nicht weil sie darüber erhaben wäre, sondern weil die eigenen Exzesse so lange zurückliegen, dass sie bereits den Schleier einer versöhnlichen Wortschöpfung darübergelegt hat: Internetpubertät. Schon mit Anfang dreißig ist Passig in ein goethesches Stadium der Internetfrühvollendung eingetreten und bewegt sich seitdem im Netz so anmutig souverän, wie sie über das Netz uneinholbar erfahren spricht. Und auch hier gilt: Meine Paraphrase wäre ein schlechter Ersatz für das Original. Besuchen Sie ein beliebiges Podium zu dem beliebten Thema »... und das Internet«, und hören Sie selbst, wie klug und unterhaltsam Passig die eben bemühte Formel »das Gleiche, nur anders« aus immer neuen Perspektiven mit Inhalt füllt.
Ein kurzer Blick ins brandneue Universum sei Ihnen aber doch noch gewährt. Sie habe, schrieb Passig mir kürzlich im Internet, im Internet herausgefunden, dass die Merck-Preisträger in ihren Dankesreden gerne auf Merck oder auf Jean Paul Bezug nehmen. Aber zu keinem von beiden falle ihr etwas ein. Nimm doch Nietzsche, schrieb ich, der hat Jean Paul ein »Verhängnis im Schlafrock« genannt. Nein, das wolle sie nicht. Ob ich das Zitat dann für meine Laudatio haben könne, fragte ich. Natürlich, gerne sogar, denn, so die Laudanda wörtlich zum Laudator: Das Laudabelste an mir ist ohnehin der Schlaf. Und damit hat sie zweifellos recht. Wenn Sie mir daher zum Schluss erlauben, die Zügel der Rhetorik schießen zu lassen, um in einen fankurvenhaften Jubel auszubrechen, dann möchte ich ausrufen: Wie diese Frau träumen kann! Seit Joseph dem Ägypter hat kein menschliches Wesen mehr so bestürzend und komisch, so ewigmenschlich und tagesaktuell geträumt wie Passig. Und woher weiß ich das? Aus dem Internet natürlich. Denn dort sind – in sogenannten »Traumthreads« – Passigs Träume zugänglich, aufgeschrieben in einer so rückstandsfrei klaren Sprache, dass man durch sie hindurch auf lauter versunkene Schätze blickt.
The world wide web. Where users share their dreams.
Träume im Internet weisen in die Zukunft, und zugleich tauchen sie tief ab in die Vergangenheit. Den edierten Briefwechsel, ein Sonnensystem der Gutenberg-Galaxis, wird es schon bald nicht mehr geben (oder wenn, dann nur so, wie es auch noch Hausväterliteratur gab, als Jungs vom Schlage Schlegels längst Schlüsselromane über ihre promiskuitiven Wohngemeinschaften raushauten). Bachmann schrieb an Celan, und Celan schrieb zurück. Passig träumt von Herrndorf, und Herrndorf träumt zurück. Dieser gut dokumentierte Traumwechsel, der sich über viele Jahre erstreckt, ist reich bevölkert. Mit dem Kybernetiker Heinz von Foerster zum Beispiel, wie er Herrndorf, den man leichtsinnigerweise hatte fahren lassen, vom Fahrersitz rüber zu Passig auf den Beifahrersitz wuchtet, um selbst ans Steuer zu springen und so im allerletzten Moment den tödlichen Unfall zu verhindern. Ein Systemsteuerungswissenschaftler rettet einem Selbststeuerungsfanatiker das Leben, indem er ihm das Steuer eines Autos entreißt – der Herrndorftraum ist zugleich ein Techniktraum. Träume sind die Wiegenlieder unserer Gattung. Und wenn user wie Passig Träume wie diesen seriell ins Internet stellen, dann wird jenseits der Gutenberg-Galaxis ein urzeitliches Rauschen hörbar, ein vorschriftlicher, ja vorsprachlicher Inkunabelsound. Es ist das große Thema Gottfried Benns: Wie das von der Tradition entbundene Individuum in den Fesseln der Technik zum Wahlverwandten seiner Spezies wird. Die klassische Moderne musste noch sprachlich aufrüsten, um den Ort dieser Selbstbegegnung zu bezeichnen: Der »Großstadtdschungel« ist ein Oxymoron in Metaphernform. Der Techniktraum dagegen ist, was er ist. Wer zu schlafen versteht, braucht keine Sprachbilder.
Wach auf, Kathrin, wir wollen dich feiern!