Helmuth Feilke

Helmuth Feilke ist neuer Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
Auf der Mitgliederversammlung der Akademie am 23. Oktober 2026 wurde der Sprachwissenschaftler Helmuth Feilke zum neuen Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für drei Jahre gewählt. Er tritt die Nachfolge von Ingo Schulze an, der nach dreijähriger Amtszeit nicht mehr kandidierte.
Zudem wurden die drei Vizepräsidenten und sechs Beisitzer des Präsidiums neu gewählt.
Helmuth Feilke: »Die freie Entfaltung von Kultur und Wissenschaft, ebenso die Lese- und Schreibfähigkeit sind aktuell doppelt bedrängt: Der digitale Schein perfekter, KI-erzeugter Texte weitet die literale Komfortzone aus. Er kann uns aber auch das Schreiben und Lesen sowie die damit verbundene Chance, eine eigene sprachliche und literarische Stimme auszubilden, wortwörtlich abnehmen. Das ist eine Herausforderung für die Schulen wie für die Akademie. Dazu kommen Tendenzen politischer Einhegung: Weltweit will ein neuer Nationalismus Sprache, Literatur und das kulturelle Gedächtnis in Fahnen wickeln. Das Bild der Geschichte ebenso wie die erzählten Geschichten sollen nationalem Pathos fügsam gemacht werden. In dieser Situation kann die Akademie als aufmerksame Beobachterin, aber auch als mitgestaltende und kritische Mitspielerin im öffentlichen Gespräch über Sprache und Literatur ihre Stimme geltend machen. Dazu will ich als Präsident meinen Beitrag leisten.«
Neu im Amt der Vizepräsidenten sind der Schriftsteller Oswald Egger, der Literaturwissenschaftler Daniel Göske und als Vizepräsidentin die Germanistin und Kritikerin Daniela Strigl.
Als Beisitzer gehören dem Präsidiums künftig an: die Sprachwissenschaftlerinnen Christa Dürscheid und Rita Franceschini, die Germanistin Gisela Holfter, die Schriftsteller Joachim Kalka und Ulf Stolterfoht sowie die Übersetzerin Susanne Lange.
Helmuth Feilke, geboren 1959 in Wissen/Sieg, hat bis 2025 an der Justus-Liebig-Universität Gießen gelehrt. Seine Forschung zur Sprachtheorie und Sprachdidaktik wurde mehrfach ausgezeichnet, 1995 mit dem Hugo-Moser-Förderpreis des Leibniz-Instituts für deutsche Sprache, 2016 mit dem Friedrich-Preis für Deutschdidaktik und 2023 mit dem in der germanistischen Sprachwissenschaft renommierten Konrad-Duden-Preis. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für germanistische Linguistik (ZGL) und der fachdidaktischen Zeitschrift „Praxis Deutsch“. Viel beachtet wurden die Bücher „Common sense-Kompetenz“ (1994) und „Sprache als soziale Gestalt“ (1996) wie auch seine Arbeiten zu Schriftlichkeit und Schreiben und zum Erwerb der Bildungssprache. Seit 2019 ist Helmuth Feilke Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2021 hat er den Dritten Sprachbericht der Akademie „Die Sprache in den Schulen – Eine Sprache im Werden“ mitverantwortet.
Pressefoto Helmuth Feilke
Das Foto kann honorarfrei verwendet werden mit Nennung des Copyrights Isolde Ohlbaum.
Über die Akademie
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit Sitz in Darmstadt versammelt einen internationalen Kreis namhafter Schriftstellerinnen und Schriftsteller, ebenso Persönlichkeiten aus den Geisteswissenschaften und anderen Disziplinen. Zu den Kernbereichen ihrer Arbeit zählen: die kritische Begleitung von Sprache und Literatur, die Pflege internationaler kultureller Beziehungen, die Veröffentlichung wichtiger Editionen, die Förderung deutschsprachiger Literatur durch die Vergabe von Preisen, darunter der Georg-Büchner-Preis.