Merck-Preis

Helmut Böttiger erhält den Johann-Heinrich-Merck-Preis 2026
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet den Autor und Literaturkritiker Helmut Böttiger mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2026 aus. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 24. Oktober 2026 in Darmstadt verliehen, zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Sigmund-Freud-Preis. Die Laudatio hält der Literaturkritiker Andreas Isenschmid.
Begründung der Jury
»Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2026 Helmut Böttiger für das Ensemble seiner klugen, beobachtungsgenauen Interpretationen der deutschsprachigen Literatur von der Nachkriegszeit bis in die unmittelbare Gegenwart. Mit stupenden Kenntnissen bei gleichzeitiger Unvoreingenommenheit begegnet er sowohl dem einzelnen Buch wie dem Gesamtwerk von Autorinnen und Autoren und vermag sie im Kontext literarischer und politischer Strömungen zu verorten. Hervorzuheben sind seine Bücher über die Gruppe 47, die Literatur der siebziger Jahre, über Fritz-Rudolf Fries, Paul Celan und Ingeborg Bachmann. Ob in Rezensionen, Monografien, Epochenporträts, Reden, Essays oder Ausstellungen – in Helmut Böttiger ehren wir einen Vor-Leser, der um die Unverzichtbarkeit weiß, die literarische Erkundungen für den Einzelnen wie für die Gesellschaft haben, der Literatur auch als Erkenntnismittel begreift und sich dieser Verantwortung stellt.«
Helmut Böttiger, geboren 1956 in Creglingen, studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg, 1985 wurde er mit einer Arbeit über Fritz Rudolf Fries und die DDR-Literatur promoviert. Danach war u.a. als verantwortlicher Literaturredakteur der »Frankfurter Rundschau« tätig. Seit 2002 arbeitet als freier Schriftsteller und Literaturkritiker. Er wurde ausgezeichnet mit dem Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik (1997), dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik (2012) und mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch für »Die Gruppe 47« (2013). Zuletzt von ihm erschienen: »Die Gegenwart durchlöchern. Beiträge zur neueren deutschen Literatur« (2024).
Pressefoto als Download: Helmut Böttiger | Foto: Cordula Giese
Veröffentlichungen (Auswahl):
•Ostzeit – Westzeit. Aufbrüche einer neuen Kultur. Luchterhand Verlag, München 1996
•Orte Paul Celans. Paul Zsolnay Verlag, Wien 1996
•Thomas Mann in Stuttgart. Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2009
•Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland. Wallstein Verlag, Göttingen 2009
•Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. DVA, München 2012
•Celan am Meer. Wallstein Verlag, Göttingen 2017
•Wir sagen uns Dunkles. Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan. DVA, München 2017
•Celans Zerrissenheit. Ein jüdischer Dichter und der deutsche Geist. Galiani Verlag, Berlin 2020
•Die Jahre der wahren Empfindung. Die 70er – eine wilde Blütezeit der deutschen Literatur. Wallstein Verlag, Göttingen 2021
•Czernowitz. Stadt der Zeitenwenden. Berenberg Verlag, Berlin 2023
•Die Gegenwart durchlöchern. Beiträge zur neueren deutschen Literatur. Wallstein Verlag, Göttingen 2024
Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay wird seit 1964 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Der Preis wird vom Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck finanziert.
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