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 Ausstellung
   
Plakat






Döblin
Alfred Döblin, Ende 1945 aus der Emigration nach Deutschland zurückgekehrt
© Walter Heilig, Bundesarchiv



Langässer
Elisabeth Langgässer auf der
Titelseite der Zeitschrift „Erzählung“. Sie erhält 1950 den Georg-Büchner- Preis.



Dicks
"Aufstieg und Fall der Stadt Mahgonny", Darmstadt 1957
Regie: Harro Dicks, Bühnenbild: Franz Mertz, © Pit Ludwig, Stadtarchiv Darmstadt


DA
Plakat zur ersten Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt , © Archiv Oskar Jancke, München


ELHaus
Ernst Ludwig Haus
© Pit Ludwig, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt






 

                         

DOPPELLEBEN. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland

10. September bis 24. Oktober 2010
Museum Künstlerkolonie
Mathildenhöhe Darmstadt

Großes Haus Glückert
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

In Kooperation mit der Mathildenhöhe Darmstadt


Mit „Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland“ zeigt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung das vielfältige kulturelle Leben nach 1945. Unübersehbar sind die Ungleichzeitigkeiten und zuweilen unversöhnlichen Gegensätze in dieser Zeit: die Vielstimmigkeit und Buntheit des kulturellen Aufbruchs stehen neben der fast bruchlosen Kontinuität der Zeit des Nationalsozialismus, in der schamlos eine ‚Innere Emigration’ geltend gemacht wurde. Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, stehen für diese Kontinuität. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, dass es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Hass, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, ist ebenso symptomatisch wie die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot.

Text-, Ton- und Filmdokumente bieten eine detaillierte Darstellung der Nachkriegsjahre. Sie verdeutlichen, unter welch schwierigen Bedingungen ein Neuanfang versucht wurde. Schwierig waren nicht nur die materiellen Umstände, die Not und die Zerstörungen des Krieges. Auf der Zeit lastete auch die vielfach unbewältigte und oft rasch verdrängte Erinnerung an die Jahre der Diktatur.

Ein besonderer Focus der Ausstellung liegt auf dem Darmstädter Kulturleben. Heute noch beeindruckt der Mut, der wohl dazugehört haben musste, in einer Zeit, in der es kaum genug Kartoffeln gab, die bald legendären Internationalen Ferienkurse für Neue Musik zu begründen. Ebenso beeindruckt aber auch der Hunger der Menschen nach Kultur und Bildung, auf den die abenteuerlichen Anfänge des Theaters ebenso antworteten wie das Programm der Volkshochschule oder des Amerikahauses. Die wegweisenden Darmstädter Gespräche oder die Anknüpfung an die 1933 abgebrochene Tradition des Georg-Büchner-Preises durch die Stadt sind gleichfalls erstaunliche Phänomene in dieser Zeit.

Erstmals werden auch Dokumente der Gründungsgeschichte der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung veröffentlicht. Ihre Frühgeschichte zeigt wie in einem Brennspiegel den Geist der ‚Inneren Emigration’, des Kalten Krieges und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer.

Im Oktober 1950 versammelte sich die Akademie zum ersten Mal in Darmstadt zu ihrer Herbsttagung. Mit dieser Tagung wurde die Absprache mit der Stadt besiegelt, dass die 1949 in der Frankfurter Paulskirche begründete Akademie künftig in Darmstadt ihren Sitz haben und im Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe residieren solle.
Genau 60 Jahre später wird nun im Ernst-Ludwig-Haus, dem heutigen Museum Künstlerkolonie, die Ausstellung "Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland" gezeigt.
Im Großen Haus Glückert, das sich in unmittelbarer Nähe zum Museum Künstlerkolonie befindet und heutiger Sitz der Akademie ist, wird ein kleiner Teil der Ausstellung, der sich mit den Anfangsjahren der Akademie befasst, zu sehen sein.

Wir danken der Sparkasse Darmstadt für die großzügige Unterstützung.


Die Ausstellung wurde 2009 mit großem Erfolg in Berlin, Frankfurt, München und Hamburg gezeigt.

Kurator: Helmut Böttiger, Mitarbeit: Lutz Dittrich
Projektleitung Darmstadt: Wolfgang Schopf

Katalog  zur Ausstellung
“Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland”
Band 1: Begleitbuch zur Ausstellung erarbeitet von Helmut Böttiger unter Mitarbeit von Lutz Dittrich
Band 2: Materialien zur Ausstellung, hrsg. von Bernd Busch und Thomas Combrink
2 Bde., 880 S., 528 überw. farb. Abb., broschiert mit Schmuckhülse
€ 29,– (D); € 29,90 (A); SFr 48,10
Wallstein Verlag, ISBN 978-3-8353-0486-4
 











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Stand: 30. Juli 2009
Fragen oder Stellungnahmen zu den Werkstatt-Lesungen der
Deutschen Akademie richten Sie bitte an Corinna Blattmann,
E-Mail: presse@deutscheakademie.de

     
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