Das Forum Sprachkritik der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
Seit ihrer Gründung gehört es zu den Aufgaben der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, den öffentlichen Sprachgebrauch zu begleiten und zu kommentieren. Diese Tradition soll mit dem Forum Sprachkritik in zeitgemäßer Weise aufgegriffen und fortgesetzt werden. Das Internet als Publikationsort bietet die Möglichkeit, auf aktuelle Themen rasch zu reagieren und zugleich durch ein Für und Wider im Kommentar eine Diskussion anzustoßen.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung versteht Sprachkritik als eine Form der Förderung von Sprachbewusstheit und verbindet damit den Anspruch, zum Erhalt unserer Sprachkultur beizutragen. Sprachkritik in diesem Sinne zielt nicht auf Normierung oder Vorschriften, sie will kein apodiktisches Richtig oder Falsch setzen. Sie ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger – ein Anstoß zur Reflexion über Sprachgebrauch und Norm, sucht diese bewusst zu machen und dort, wo es nötig erscheint und möglich ist, Alternativen aufzuzeigen. Sprachkultur ist diskursive sprachkritische Praxis.
Im öffentlichen Sprachgebrauch, in seinen Begriffen und Diskursen, in bestimmten Arten des Sprechens und Schreibens, kristallisieren sich Einstellungen und Urteile, die nicht selten entscheidenden Einfluss auf unsere Wahrnehmung und damit unsere Sicht auf den Gang der Gesellschaft haben. Derartige Begriffe dingfest zu machen, ihre Form, Bedeutung und Verwendung zu beschreiben und einer kritischen Würdigung zu unterziehen, soll die Hauptaufgabe des Forum Sprachkritik sein. Fragen, die in den Beiträgen gestellt und im Forum diskutiert werden, könnten sein: Welche Begriffe bestimmen gegenwärtig den öffentlichen Sprachgebrauch in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft? Warum machen Begriffe Karriere? Was leisten sie, welche Funktion haben sie? Welche „Denkhaltung“ legen diese Begriffe nahe, welche Alternativen blenden sie aus? Weitere Fragen werden sich ergeben.
Zur Mitarbeit im Forum Sprachkritik sind alle Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung eingeladen und aufgerufen, später, in einem zweiten Schritt, soll der Kreis der Autoren durch die Zusammenarbeit mit anderen Akademien erweitert werden. Die Form der Beiträge und die Wahl des Themas sind frei, nur sollte jeweils ein Stichwort vergeben werden, damit die Beiträge alphabetisch geordnet und Kommentare zugeordnet werden können. Auf diese Weise wird nach und nach ein kritisches Wörterbuch des öffentlichen Sprachgebrauchs entstehen, das die Vielfalt von Positionen und Meinungen spiegelt und der Öffentlichkeit zugänglich macht.
