Beschluß der Mitgliederversammlung (22.10.2004)

 

Die von den Kultusministern der deutschen Länder und den entsprechenden staatlichen Stellen Österreichs und der Schweiz beschlossene ‚Reform‘ der Rechtschreibung hat einen katastrophalen Zustand der deutschen Schreib- und Lesesprache herbeigeführt. Die jetzt herrschende Uneinheitlichkeit und fortschreitende Beliebigkeit der Rechtschreibung wird durch bloßes ‚Aussitzen‘ der ‚Reform‘-Befürworter wie der ‚Reform‘-Kritiker nicht mehr beseitigt werden können.

 

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ist nicht bereit, dem von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Rat für deutsche Rechtschreibung beizutreten, da dessen Aufbau falsch und dessen Arbeitsbedingungen unzulänglich sind. Die Akademie ist der Überzeugung, daß die weiterhin notwendige Anpassung der Rechtschreibung an die Entwicklung der deutschen Sprache auf anderem Wege erreicht werden muß: durch eine neu zu schaffende nichtstaatliche Instanz. An der Bildung einer solchen Instanz mitzuwirken, ist die Akademie bereit.