Pressemitteilung

Deutsche Akademie zeichnet Hans Keilson und Peter Sloterdijk aus

 

 

Der Schriftsteller und Psychoanalytiker Hans Keilson wird mit dem Johann-Henirich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ausgezeichnet. Der Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa geht an den Philosophen Peter Sloterdijk. Beide Preise sind mit 12.500 Euro dotiert und werden zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 5. November in Darmstadt verliehen.

Sloterdijk, geboren 1947 in Karlsruhe, studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte. Von 1980 an veröffentlichte er zahlreiche Arbeiten zu Fragen der Zeitdiagnostik, der Kultur- und Religionsphilosophie, der Kunsttheorie und Psychologie. Seit 1992 ist er Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, seit 2001 ihr Rektor. 2004 schloß er mit dem Buch »Sphären III - Schäume« seine 1998 begonnene Trilogie ab. Zuletzt erschienen ist seine Abhandlung zur Globalisierung »Im Weltinnenraum des Kapitals« (2005, Suhrkamp).

Hans Keilson, 1909 in Bad Freienwalde an der Oder geboren, mußte nach dem Verbot seiner ärztlichen wie publizistischen Tätigkeit 1936 emigrieren;  er überlebte den zweiten Weltkrieg im Untergrund in den Niederlanden. Heute lebt er bei Amsterdam, wo er in seinem 96 Lebensjahr immer noch als Psychoanalytiker praktiziert. Sein Werk umfaßt wissenschaftliche Veröffentlichungen, Portraits und Psychogramme aus der Zeit der späten Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und des Exils. Vor kurzem ist eine zweibändige Werkausgabe bei S. Fischer erschienen, in der Romane, Erzählungen, Gedichte sowie seine bemerkenswerten Essays versammelt sind.

 

 

Darmstadt, 13. Juni 2005