Die drohende Schließung der Institutsbibliothek, der
größten deutschsprachigen Bibliothek des Landes, und die
absehbare Einschränkung der Veranstaltungsmöglichkeiten
hätten eine empfindliche Störung der erfolgreichen
Vermittlungsarbeit zur Folge, der nicht nur eine praktische, sondern
auch eine symbolische Bedeutung zukommt. Die Reduzierung des Angebots
läuft allen Bemühungen zuwider, der deutschen Sprache und
Kultur auch unter den Bedingungen der weltweiten Anglisierung einen
angemessenen Platz unter den anderen Sprachen in Europa zu sichern.
Uns ist bewußt, daß die Goethe-Institute gegenwärtig
unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen agieren, gleichwohl
darf dies nicht zur Folge haben, daß gewachsene und erfolg-reich
arbeitende Strukturen des kulturellen Dialogs gefährdet oder gar
zerstört werden. Die Notwendigkeit, die Vermittlungsarbeit im
arabischen und asiatischen Raum zu stärken, kann nicht auf Kosten
der europäischen Goethe-Institute gehen. Dies gilt gerade dann,
wenn das einzige existierende Institut eines Landes davon betroffen
ist, wie beispielsweise das Kopenhagener Institut in Dänemark.
Die verminderte Präsenz der Goethe-Institute in den
europäischen Nachbarländern wird Auswirkungen auf das Ansehen
und die Rolle Deutschlands in Europa haben, die sich nicht
ausschließlich durch politische und wirtschaftliche Faktoren
begründen können. Kultur war und ist ein zentrales Element
der Außendarstellung unseres Landes, sie bedarf in gleicher Weise
der kontinuierlichen Pflege und Weiterentwicklung wie beispielsweise
Wirtschaftsbeziehungen.
Gerade weil das lange problematische Verhältnis zwischen
Deutschland und Dänemark sich in den letzten Jahrzehnten so
hervorragend entwickelt hat und die wirtschaftlichen Beziehungen sehr
eng sind, sollte die gute funktionierende kulturelle Zusammenarbeit
ihren Stellenwert behalten. Deshalb müssen die
Arbeitsmöglichkeiten des Goethe-Instituts Kopenhagen in vollem
Umfang dauerhaft gesichert werden.
Kopenhagen, 13. Mai 2006