Presseinformation
Zum Tod des Georg-Büchner-Preisträgers
Am Abend des 4. Oktobers ist Oskar Pastior in Frankfurt a.M. verstorben. Dieser plötzliche Tod hat uns tief erschüttert. Wir haben heute Nacht einen unvergleichlichen Magier der Sprache verloren. Oskar Pastior hat, mit aller Konsequenz, mit Phantasie und mit Witz ein Werk geschaffenen, dessen poetische Sprachwelten, fernab von Klischee und Kommerz, die lautsinnliche Materialität des Wortes zur schönsten Entfaltung bringen, um ihr überraschende, erhellende und humorvolle Bedeutungen zu entlocken. Wir werden seine spielerische Lust an Dialog und Anverwandlung vermissen, die Radikalität und den Erfindungsreichtum seiner Dichtung, seine menschliche Haltung, die auch von einer entschiedenen Ablehnung jeglicher Bevormundung getragen war.
Als Oskar Pastior am 14. Mai erfahren hat, daß ihm von der Jury der Georg-Büchner-Preis 2006 zuerkannt worden ist, war dies für ihn eine freudige und festliche Nachricht. Wie gerne hätten wir mit ihm gemeinsam am 21. Oktober diese Auszeichnung seines einzigartigen künstlerischen Werks gefeiert. Nun werden die Preisverleihung ebenso wie die Lesung am Vorabend eine posthume Ehrung dieses herausragenden Dichters sein müssen.
5. Oktober 2006
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