DEUTSCHE AKADEMIE
FÜR SPRACHE UND DICHTUNG
Presseinformation
»Eingezogen
in die Sprache, angekommen in der Literatur«
Positionen
des Schreibens in unserem Einwanderungsland
Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
vom 29. Oktober bis 1. November 2008 in Darmstadt
Viele
Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus anderen Sprachen
und Kulturen haben in den letzten Jahrzehnten Einzug gehalten in die
deutschsprachige Literatur. Was einstmals unter dem Titel Gastarbeiterliteratur
begonnen hatte, sich dann in die Migrantenliteratur verwandelt hat und
entscheidend durch Initiativen wie den Chamisso-Preis geprägt worden ist, bildet
heute einen selbstverständlichen, kreativen Bestandteil der deutschen
Gegenwartsliteratur.
Die
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat zu ihrer diesjährigen
Herbsttagung vom 29. Oktober bis 1. November namhafte Autorinnen und Autoren
eingeladen, um sie nach ihren produktiven Erfahrungen mit der deutschen Sprache
zu fragen. Eingeladen sind: Adel Karasholi, Georges-Arthur Goldschmidt, Yoko
Tawada, Zsuzsanna Gahse, Dimitré Dinev, José Oliver und Zafer Şenocak.
Einige von ihnen haben das Deutsche als zweite oder dritte Sprache erlernt und
sind zu Schriftstellern deutscher Sprache geworden, andere wiederum schreiben
zweisprachig oder sie fanden zunächst in der Sprache des neuen Landes das
Medium ihres literarischen Ausdrucks, bis sie Jahre später wieder begonnen
haben, in ihrer Muttersprache zu schreiben. »Das Feld, das in Rede
steht, ist ungemein vielgestaltig und weit«, schreibt der Sprachwissenschaftler
Uwe Pörksen in seinem Vorwort zum aktuellen Heft der Akademie-Reihe »Valerio«, das
unter dem gleichen Titel zur Tagung erscheinen wird, und verweist darauf, dass
diese deutschsprachigen Autorinnen und Autoren kein Teil einer Gruppe sind und
kein gemeinsames literarisches Konzept haben, sondern dass die Positionen ihres
Schreibens eigenständig und unverwechselbar sind – um diese vielgestaltigen
Erfahrungen mit der deutschen Sprache soll es gehen.
Höhe-
und Schlußpunkt der Tagung ist die Verleihung der Akademie-Preise. Am 1.
November wird der Georg-Büchner-Preis an Josef Winkler verliehen, der
österreichische Journalist und Literaturwissenschaftler Ulrich Weinzierl wird
die Laudatio halten. Michael Hagner,
Wissen-schaftshistoriker, erhält den Sigmund-Freud-Peis, der
Kunsthistoriker Horst Bredekamp wird ihn würdigen. Mit dem
Johann-Heinrich-Merck-Preis wird der Kultur- und
Literaturwissenschaftler Lothar Müller ausgezeichnet, Ingo Schulze
wird die Laudatio halten.
Kontakt:
Corinna Blattmann, Tel:
06151-409216, email: corinna.blattmann@deutscheakademie.de