Verschwindet die politische Rede?
Ersetzen die politischen Talkshows mittlerweile die
parlamentarische Debatte? Gibt es einen Zusammenhang zwischen „Infotainment“,
dessen Regeln Politiker notgedrungen folgen müssen, und dem Verschwinden
ernsthafter, politischer Rede? Hat sich eine Medienöffentlichkeit etabliert,
die politische Entscheidungen stärker beeinflußt, als das im Parlament möglich
war und ist? Mit diesen Fragen wird sich die Deutsche Akademie auf ihrer
Herbsttagung in Darmstadt, vom 3.-5. November, beschäftigen und mit ihren
prominenten Gästen diskutieren: dem „Zeit“-Herausgeber Michael Naumann, dem
Verleger Arnulf Conradi und Friedrich Küppersbusch, der einst das Politmagazin
ZAK moderierte und heute als TV-Produzent unter anderem für die Talkshow mit
Sandra Maischberger verantwortlich ist. Der Kulturwissenschaftler und
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen und
Gustav Seibt, Journalist und Historiker, werden das Thema aus theoretischer
Perspektive erörtern.
Am 5. November wird der Georg-Büchner-Preis an
Brigitte Kronauer verliehen. Die renommierteste deutsche Literaturauszeichnung
ist mit 40.000 Euro dotiert. Den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche
Prosa erhält der Philosoph Peter Sloterdijk und Hans Keilson den
Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay. Die Dotierung
beider Preise beträgt 12.500 Euro. Die Lesung der Büchnerpreisträgerin findet
am Abend zuvor in der Orangerie statt.
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