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Foto: Tobias Bohm
Deutschlandradio
überträgt die Verleihung der Akademie-Preise
am 27.10. ab 16.00 Uhr auf den Langwellen 153 und 177 kHz,
der Mittelwelle 990 kHz, als Livestream unter www.dradio.de
(Dokumente & Debatten) sowie im Digitalradio DAB+.
Siehe auch
www.dradio.de/wir/dokumente/598412/
Felicitas
Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012
Die Deutsche Akademie
für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten
Georg-Büchner-Preis 2012 an die Schriftstellerin Felicitas Hoppe.
Der Preis wird am 27. Oktober 2012 in Darmstadt verliehen.
Nähere Information

Begründung
der Jury
Mit dem Band Picknick der
Friseure (1986) brach die Schriftstellerin Felicitas Hoppe in
ihr
vielstimmiges Werk auf. Seither hat sie in Romanen, Erzählungen
und Essays die Welt der Abenteurer und der Hochstapler, der Entdecker
und der Taugenichtse erkundet. In einer lakonischen und lyrischen,
eigensinnigen und uneitlen Prosa hat sie ein erzählerisches
Universum erfunden, in dem Grundfragen eines ‚postmodernen’ Daseins mit
freier und befreiender Phantasie durchgespielt werden.
Das Reisebuch Pigafetta (1999),
der pikareske Roman Paradiese,
Übersee (2003),
die Porträtgalerie Verbrecher
und Versager (2004), die moderne
Legende von der heiligen Johanna
(2006), die Neuerzählung des
Ritterromans von Iwein
Löwenritter (2008) und jüngst die
fiktive Biographie Hoppe
(2012) unterlaufen virtuos die Grenzen von
Wahrheit und Fiktion, Selbsterkenntnis und Rollenspiel. Felicitas Hoppe
fragt nach Möglichkeiten der Ich-Werdung, nach den Wundern und
Verstrickungen der Sehnsucht, und lässt unaufdringlich
metaphysische Horizonte aufscheinen.
In einer Zeit, in
der das Reden in eigener Sache die Literatur immer mehr dominiert,
umkreist Felicitas Hoppes sensible und bei allem Sinn für Komik
melancholische Erzählkunst das Geheimnis der Identität: „Denn
auf welchen Namen wir wirklich getauft sind, wer kann das schon wissen.“
Kurzbiographie
Felicitas Hoppe wurde am
22. Dezember 1960 in Hameln an der Weser geboren. Ab 1980 studierte sie
Literaturwissenschaften, Rhetorik, Religionswissenschaften, Italienisch
und Russisch an Universitäten in Hildesheim, Tübingen,
Eugene/Oregon (USA), sowie in Berlin und Rom.
Seit 1996 lebt sie in Berlin als freie Schriftstellerin. Zuvor hatte
sie als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache u.a. für das
Goethe-Institut gearbeitet; auch schrieb sie für verschiedene
Feuilletons.
1996 erschien ihr Debüt, der Kurzgeschichtenband Picknick der Friseure; 1999, nach
einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman Pigafetta. Bis heute hat sie
fünf Romane, Essays und mehrere Erzählbände vorgelegt,
außerdem einige Veröffentlichungen zusammen mit
Künstlern der Berliner Handpresse. Zuletzt erschien Anfang 2012
die Autobiographiefiktion Hoppe.
Ihre Bücher werden im S. Fischer Verlag publiziert und sind u.a.
ins Niederländische, Französische, Russische und Schwedische
übersetzt worden.
Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem
aspekte-Literaturpreis (1996), dem Heimito von Doderer-Literaturpreis
(2004), dem Rattenfänger-Literaturpreis ihrer Heimatstadt (2010)
sowie durch zahlreiche Förderungen: 1993 Künstlerhaus Schloss
Wiepersdorf, 1994 Alfred-Döblin-Stipendium, 2001/2003 und 2011
Stipendium des Deutschen Literaturfonds e.V., 2012 Stipendium der Villa
Aurora in Los Angeles u.v.m. Zudem war sie Writer in Residence in
Innsbruck (2007), New York (2007) und Washington D.C (2008 und 2010)
und hatte bereits mehrere Gastprofessuren inne, etwa am Dartmouth
College in New Hampshire (2006), an der Georg-August-Universität
Göttingen sowie derzeit an der Universität Hamburg.
Seit 2007 ist Felicitas
Hoppe Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Veröffentlichungen
• Picknick der Friseure.
Geschichten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1996.
• Das Richtfest. Zus. mit
Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse, 1997.
• Drei Kapitäne.
Zus. mit Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse, 1998
• Pigafetta. Roman.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999.
• Vom Bäcker und
seiner Frau, Berlin: Berliner Handpresse, 1999
• Die Torte. Zus. mit
Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse, 2000.
• Fakire und
Flötisten. Zus. mit Wolfgang Jörg, Berlin: Berliner
Handpresse, 2001.
• Paradiese,
Übersee. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003.
• Die Reise nach Java.
Zus. mit Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse, 2003
• Verbrecher und
Versager. Fünf Porträts. Hamburg: Marebuchverlag, 2004.
• Johanna. Roman.
Frankfurt a. M.: S. Fischer, 2006.
• Ingrids Affen.
Zus. mit Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse 2006
• Iwein Löwenritter.
Nach einem Roman von Hartmut von Aue. Frankfurt a. M.: S. Fischer, 2008.
• Die weiße Frau.
Zus. mit Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse 2008
• Sieben Schätze.
Augsburger Vorlesungen. Frankfurt a. M.: S. Fischer, 2009.
• Der beste Platz der
Welt. Erzählung. Zürich: Dörlemann, 2009.
• Abenteuer – Was ist
das? Göttingen: Wallstein-Verlag, 2010.
• Der begnadigte
Truthahn. Zus. mit Ingrid Jörg, Berlin: Berliner Handpresse 2010
• Hoppe: Roman. Frankfurt
a. M.: S. Fischer, 2012.
Auszeichnungen
1990 Stiftung
Künstlerdorf Schöppingen
1991 Arbeitsstipendium
des Berliner Senats
1993 Künstlerhaus
Schloss Wiepersdorf
1994
Alfred-Döblin-Stipendium
1995 Foglio Preis
für Junge Literatur
1996
aspekte-Literaturpreis
1996 Ernst-Willner-Preis
(Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb)
1996 Esslinger
Bahnwärter
1997
Hermann-Lenz-Stipendium
1997 Rauriser
Literaturpreis
1998/99
Niedersächsischer Förderpreis für Literatur
1998/99 Stipendium der
Stiftung Laurenz Haus in Basel
2002
Heinrich-Heine-Stipendium Lüneburg
2002/03 Stipendium des
Deutschen Literaturfonds e.V.
2004 Heimito von
Doderer-Literaturpreis
2004 Spycher:
Literaturpreis Leuk
2004 Kunstraum Syltquelle
auf Sylt
2004 Nicolas-Born-Preis
des Landes Niedersachsen
2005
Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau
2007 Literaturpreis der
Stadt Bremen
2007 Roswitha-Preis
2007 Writer in Residence
Deutsches Haus New York
2007 Writer in Residence
an der Universität Innsbruck
2008 Writer in Residence
Georgetown University Washington D.C.
2010
Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln
2010
Comburg-Literaturstipendium Schwäbisch Hall
2010 Writer in Residence
Georgetown University Washington D.C.
2011 Stipendium des
Deutschen Literaturfonds e.V.
2012 Stipendium in der
Villa Aurora – Los Angeles
Gastprofessuren
2005 Poetikdozentur an
der Fachhochschule Wiesbaden
2006 Max Kade
Distinguished Visiting Professor/Dartmouth College, Hanover, New
Hampshire
2008
Bertolt-Brecht-Gastprofessur an der Universität Augsburg
2009 Poetikdozentur an
der Georg-August-Universität Göttingen
2012 Gastprofessur
für interkulturelle Poetik an der Universität Hamburg
Der
Georg-Büchner-Preis
Die
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht seit 1951 den
Georg-Büchner-Preis an herausragende Schriftsteller.
Bisherige
Preisträger
1951
Gottfried Benn | 1952 nicht verliehen | 1953 Ernst Kreuder | 1954
Martin Kessel | 1955 Marie Luise Kaschnitz | 1956 Karl Krolow | 1957
Erich Kästner | 1958 Max Frisch | 1959 Günter Eich | 1960
Paul Celan | 1961 Hans Erich Nossack | 1962 Wolfgang Koeppen | 1963
Hans Magnus Enzensberger | 1964 Ingeborg Bachmann | 1965 Günter
Grass | 1966 Wolfgang Hildesheimer | 1967 Heinrich Böll | 1968
Golo Mann | 1969 Helmut Heißenbüttel | 1970 Thomas Bernhard
| 1971 Uwe Johnson | 1972 Elias Canetti | 1973 Peter Handke | 1974
Hermann Kesten | 1975 Manès Sperber | 1976 Heinz Piontek | 1977
Reiner Kunze | 1978 Hermann Lenz | 1979 Ernst Meister | 1980 Christa
Wolf | 1981 Martin Walser | 1982 Peter Weiss | 1983 Wolfdietrich
Schnurre | 1984 Ernst Jandl | 1985 Heiner Müller | 1986 Friedrich
Dürrenmatt | 1987 Erich Fried | 1988 Albert Drach | 1989 Botho
Strauß | 1990 Tankred Dorst | 1991 Wolf Biermann | 1992 George
Tabori | 1993 Peter Rühmkorf | 1994 Adolf Muschg | 1995 Durs
Grünbein | 1996 Sarah Kirsch | 1997 H.C. Artmann | 1998 Elfriede
Jelinek | 1999 Arnold Stadler | 2000 Volker Braun | 2001 Friederike
Mayröcker | 2002 Wolfgang Hilbig | 2003 Alexander Kluge |
2004 Wilhelm Genazino | 2005 Brigitte Kronauer | 2006 Oskar Pastior |
2007 Martin Mosebach | 2008 Josef Winkler | 2009 Walter Kappacher |
2010 Reinhard Jirgl | 2011 F.C. Delius
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30.
Juli 2012
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